Le Grand-St-Bernard, Hospice — La Fouly • VS

Drei Perlen im wilden Westen des Wallis

Ganz im Westen des Wallis erstreckt sich das urtümliche Val Ferret von Orsières nach Süden bis zum Grossen St. Bernhard. Es ist eine wilde Gegend: Hier kämpfen Eringerkühe mit den Hörnern um ihren Platz in der Herde, hier tauchte 1995 der Wolf erstmals in der Schweiz wieder auf und sorgte als «La Bête du Val Ferret», als Bestie vom Val Ferret, für Aufregung. Lange galt der Grosse St. Bernhard als einer der gefährlichsten Alpenpässe. In der kargen, felsigen, von Wetterstürzen und Lawinen bedrohten Einöde erbaute der heilige Bernard von Aosta im 11. Jahrhundert das erste Hospiz. Für die Mönche der Kongregation bot es die nötige Abgeschiedenheit zur Meditation. Für viele Wanderer, die sich erschöpft im Nebel verirrt hatten, wurde es zur rettenden Insel, und Barry, der berühmteste Bernhardinerhund, wurde zum Helden. Diese zuweilen unbarmherzige Gegend bietet gleichzeitig einige landschaftliche Ausblicke von atemberaubender Schönheit. Die drei bezau* berndsten Perlen sind die Lacs de Fenêtre, die man am einfachsten vom Pass des Grossen St. Bernhard aus erreicht. Für Wanderer, die in La Fouly, dem touristischen Zentrum des Val Ferret, logieren, gibt es täglich eine praktische Busverbindung von La Fouly über Orsières bis auf den Pass. Der gut markierte und einfache Aufstieg ist die Arbeit vor dem Vergnügen. Dafür ist die Belohnung umso grösser. Das Fenêtre de Ferret, der höchste Punkt der Wanderung, ist wie ein Fenster zum Paradies: Eingerahmt von den Gipfeln des Mont-Blanc-Massivs liegen einem die drei kleinen Seen zu Füssen. Das Picknick am Ufer der Seen, mit fantastischer Aussicht und in einzigartiger Atmosphäre, ist definitiv das Highlight des Tages. Der Abstieg führt zur Postautostation von Ferret oder entlang der Dranse de Ferret weiter nach La Fouly.

Information

Auberge de l'Hospice du Grand-Saint-Bernard, 027 787 11 53, www.aubergehospice.ch
Hôtel-Restaurant Edelweiss, La Fouly,
027 783 26 21, www.ledelweiss.ch
Auberge des Glaciers, La Fouly, 027 783 11 71, www.aubergedesglaciers.ch

Wanderung Nr. 1061

Publiziert 2015 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

Daniel Fuchs

Wanderroute

Le Grand-St-Bernard, Hospice
0:00
0:00
Fenêtre de Ferret
1:25
1:25
Lacs de Fenêtre
1:50
0:25
Plan de la Chaux
2:40
0:50
Les Ars Dessus
3:20
0:40
restaurant
Ferret
3:35
0:15
La Fouly
4:20
0:45
Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

Wandervorschläge

Alpine, geschichtsträchtige Wanderung beim Grossen St. Bernhard Nr. 2186
Col du Grand-Saint-Bernard • VS

Alpine, geschichtsträchtige Wanderung beim Grossen St. Bernhard

Diese Tour führt durch eine magische Landschaft zwischen imposanten Gletschergipfeln und glasklaren Seeperlen. Verwegene Schmugglerpfade, historische Saumwege und leichte Kletterpartien sorgen für Spannung und Abwechslung. Von der Passhöhe beim Hospice, an den Hundezwingern und der Talstation eines ehemaligen Skiliftes vorbei, folgt man nordwestlich bergwärts dem rot-weiss-rot markierten Wanderweg. Man erreicht ein kleines Seenplateau und steigt dann wieder zunehmend steiler durch Schrofengelände zur Aussichtsplattform mit den Fundamenten der einstigen Bergstation an der Petite Chenalette. Nun wird das Gelände anspruchsvoller, was das Gros der Wandernden abschreckt und zum Umkehren bewegt. Kurz am Grat entlang führt der weiss-blau-weiss markierte Alpinwanderweg in einen kleinen Einschnitt hinunter. Mit vier Leitern bestückt zieht sich eine leichte Kletterpassage durch die Südflanke zum Gipfel der Grande Chenalette. Darauf folgt überwiegend Gehgelände nordwestlich dem Kamm entlang zur Pointe de Drône. Fantastisch ist nun der Blick zum Seenplateau der Lacs de Fenêtre. Nun folgt man dem Westgrat abwärts in leichter Kletterei über Blockwerk hinunter ins Fenêtre d’en Haut – ein paar heikle Stellen sind mit Tritten und Drahtseil entschärft. Hier trifft man wieder auf einen Pfad. Auf dem Kamm geht es weiter bis zum Fenêtre de Ferret. Dort biegt man nach links und steigt südwärts auf italienischem Terrain ab. Teilweise ist der Bergpfad nur schwach erkennbar, Steinmännchen helfen bei der Orientierung. Bald erreicht man bei den Alphütten Montagna Baus die Passstrasse. Parallel dazu wählt man den alten Römerweg, passiert nach dem Gegenanstieg die grosse Statue des heiligen Sankt Bernhard und kann auf einem Höhenweg zum Ausgangspunkt zurückkehren.
Genusswanderung über dem Rhonetal Nr. 1792
Morthey, centre — Fully, poste • VS

Genusswanderung über dem Rhonetal

Im Herbst freut sich der Jäger übers Wild und der Sammler über Kastanien. Auf dieser Herbstwanderung werden beide fündig. Auf halber Strecke liegt in Chiboz das Relais des Chasseurs, bekannt für seine Wildspezialitäten, während am Tagesziel ein Kastanienwald auf die Sammler wartet. Die Fährte wird in Ovronnaz im Ortsteil Morthey in Richtung Chibo d’en Haut aufgenommen, auf rund 1300 Metern über Meer, umgeben von den hohen Berggipfeln des Haut de Cry, Petit und Grand Muveran sowie Grand Chavalard. Die abwechslungsreiche Wanderung verläuft in der ersten Hälfte ohne grosse Höhenunterschiede auf einem panoramareichen Weg. Der grossartige Ausblick ins Rhonetal ist ständiger Begleiter. An kargeren Stellen strahlen die Felsen die angenehme Wärme der Herbstsonne ab. Es herrscht ohnehin ein mildes Klima, das den Weinbau begünstigt. Bei Chiboz kommt man an einer Mühle vorbei, die von einer Suone gespeist wird. 1950 von einer Lawine zerstört, wurde die Mühle rund 40 Jahre später wiederaufgebaut. Ein Verein betreibt sie heute, um die traditionsreiche Kultivierung von Roggen zu erhalten. Traditionell und rustikal geht es im Familienbetrieb Relais des Chasseurs weiter, der für liebevoll angerichtete Wildspezialitäten, Pilzgerichte, Raclette und Eringer Rindfleisch weitherum bekannt ist. Nach der kulinarischen Rast beginnt der Abstieg nach Fully (Vers l’Eglise), meist entlang der asphaltierten Strasse, umgeben von der herbstlichen Rebenlandschaft. Im Kastanienwald von Fully angekommen, dürfen Besucherinnen und Besucher für den Eigengebrauch Marroni sammeln. Übrigens: Den «Chestine» ist jeweils im Oktober eigens ein zweitägiges Fest gewidmet.
Pilgerwanderung im Val d’Entremont Nr. 1466
Bourg-St-Pierre — Orsières • VS

Pilgerwanderung im Val d’Entremont

Fällt der Begriff des Pilgerns, denken viele an den berühmten Jakobsweg. Gut 900 Jahre später als der heilige Jakobus legte der einstige Erzbischof von Canterbury - Sigerich der Ernste - die Spur für eine Pilgerroute, die heute als eine der bedeutendsten Europas gilt. Die Via Francigena verbindet England mit Frankreich, der Schweiz und Italien. Auf seiner Rückreise aus Rom hielt Sigerich in einem Reisetagebuch die Schweizer Etappenorte Yverdon-les-Bains, Orbe, Lausanne, Vevey, Aigle, St-Maurice, Orsières und Bourg-St-Pierre fest. Die beiden Letzteren sind Start und Ziel dieser Wanderung. Verlässt man den Kern von Bourg-St-Pierre, stellt sich alsbald das Pilgergefühl ein. In Richtung Lorette führt der Weg vorbei an der im 17. Jahrhundert erbauten Kapelle Notre-Dame. Vorbei an den Dörfern Lorette und Allèves führt ein historischer Wegabschnitt nach Palasuit. Alte Trockensteinmauern säumen den gewundenen Weg, der bereits zu römischen Zeiten angelegt und bis ins 19. Jahrhundert als Saumpfad genutzt wurde. Der Name Palasuit leitet sich vom latainischen Palatiolum ab, was eine Herberge bezeichnet. In Liddes laden die Stufen der Kapelle Saint-Etienne aus dem frühen 15. Jahrhundert zu einer Rast ein. Nach einem scharfen Richtungswechsel führt der Weg gemächlich an Les Moulins, Forney und Montatuay vorüber. Das Rauschen der Dranse d’Entremont und die Ruhe des Waldes harmonieren mit den gleichmässigen Schritten auf dem weiteren Weg, der sich nun abwärts nach Orsières schlängelt. 1994 wurde die Via Francigena als eine der ersten zu einem Europäischen Kulturweg des Europarats ernannt. Heute zählen 31 internationale Routen zu diesen Verbindungen.
Bergwanderung in den Schwyzer Alpen Nr. 1021
Klein Sternen — Unteriberg • SZ

Bergwanderung in den Schwyzer Alpen

Am Anfang eines erfüllenden Wandertags schwebt man mit der Gondel von Weglosen hinauf ins Wandergebiet Hoch-Ybrig. Bei der Zwischenstation lohnt sich ein kurzer Abstecher hinunter zum Seebli, bevor es mit der Sesselbahn zum Klein Sternen weiter in die Höhe geht. Bei diesem kleinen Bergsee wachsen riesige Pestwurzblätter, die sich im Spätsommer zu kleinen Kunstwerken verfärben. Bei der Bergstation sieht man als erstes Schneewittchen und die sieben Zwerge vor ihrer Alphütte. Ein Wegweiser voller Schilder zeigt, dass eine einzige Wanderung in diesem Gebiet nicht ausreicht, um all die Möglichkeiten auszuschöpfen, die dieses vielfältige Wanderparadies birgt. Die Wanderung beginnt harmlos und aussichtsreich. Doch nach wenigen Minuten führt der Wanderweg durch steile Grashänge. Für Schwindelfreie ist der Tiefblick kein Problem, doch wer unter Höhenangst leidet, muss etwa 500 Meter lang bange Momente überstehen oder wählt am besten den unteren Hangweg über den Trittlipass, der auch zur Druesbergütte führt. Bei diesem einladenden Berggasthaus kann man die Wanderung bereits beenden und mit Trottibikes hinunter nach Weglosen fahren. Wer weiterwandert, kommt an interessant geformten Berggipfeln vorbei und geniesst inspirierende Aussicht über die Glarner und Schwyzer Alpen. Die meisten Alpen sind jetzt von den Kühen abgeweidet. Am Wegrand leuchten dafür die von ihnen verschmähten, stachligen Silberdisteln umso schöner. Auf dem Abstieg hinunter nach Unteriberg sieht man den im späten Nachmittagslicht himmelblauen Sihlsee vor sich. Wer gerne noch weiterwandert, folgt dem Minster entlang weiter zum Ufer des Sihlsees. Wer genug gewandert ist oder sich gerne etwas aus dem süssen Sortiment der Dorfbäckerei auswählen möchte, biegt nach Unteriberg ab.

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282T Martigny

CHF 22.50

Tags

Wallis Wallis Bergwanderung Sommer mittel T2

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