Tiere
Wenn du auf deiner Wanderung einer Mutterkuhherde begegnest, solltest du folgende drei Punkte beachten:
Distanz halten, Kälber auf keinen Fall berühren und Hunde an der kurzen Leine führen. Denn die Tiere haben ein wichtiges Ziel: Ihre Sprösslinge zu beschützen.
So verhältst du dich richtig
Wanderwege führen ab und zu
über Weiden mit Rindvieh. Darauf können sich Kühe mit ihren Kälbern befinden,
sogenannte Mutterkühe. Kommen Wandernde – besonders jene mit Hunden – der Herde
zu nahe, können sich die Kühe bedroht fühlen. Weil die Tiere ihren Nachwuchs
beschützen wollen, kann ein menschliches Fehlverhalten gar zu einem Angriff
führen. Beachte deshalb folgende Punkte:
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Halten Sie Distanz zu Rindvieh
Im Allgemeinen sind Kühe neugierig und nicht gefährlich. Bleibe ruhig und wenn möglich auf dem Wanderweg. Falls die Kühe jedoch mitten auf dem Wanderweg stehen, halte lieber Abstand und gehe langsam um die Herde herum. Erschrecke die Tiere nicht und drehe ihnen nicht den Rücken zu. Drohgebärden von Kühen zeichnen sich durch Heben und Senken des Kopfes, Schnauben, Scharren und Brüllen aus. Bemerkst du diese Alarmsignale, verlasse die Weide langsam rückwärts.
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Kälber auf keinen Fall berühren
Mutterkühe halten ihre Nachkömmlinge stets im Auge und können bei Unstimmigkeiten heftig reagieren. Sie mögen es nicht, wenn Fremde ihren Nachwuchs berühren. Nähere dich deshalb den Kälbern nicht und berühre sie auf keinen Fall. Manchmal sind die Kälber nicht auf den ersten Blick erkennbar, weil sie oft etwas versteckt abseits der Herde liegen.
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Hunde an der Leine führen
Aufgrund ihrer Ähnlichkeit zum Wolf erregen Hunde bei Kühen, Rindern und Stieren erhöhte Aufmerksamkeit und wecken ein Abwehrverhalten. Nimm deshalb deinen Hund an die kurze Leine und halte ihn unter Kontrolle. Führe deinen Hund abgewendet von der Herde, sodass er nicht sichtbar ist. Falls die Kühe deinen angeleinten Hund angreifen, lass ihn los, damit er fliehen kann. Ein Hund ist meist schnell genug, um einem Kuhangriff auszuweichen.
Für friedliche Begegnungen zwischen Wandernden und Kühen
Herdenschutzhunde
Was tun, wenn ein Herdenschutzhund bellt?
Rund 250 Herdenschutzhunde sind in der Schweiz auf etwa 100 Alpen im Einsatz. Ihr Job: Sie schützen ihre Herde vor Grossraubtieren. Wandernde sollten sich bewusst sein, dass Herdenschutzhunde sie als Gefahr einstufen – vor allem in Begleitung eines Hundes. Ein kleiner Ratgeber, wie du dich bei einer Begegnung richtig verhältst.
Herdenschutzhunde haben eine wichtige Aufgabe: Sie beschützen die Herde vor natürlichen Feinden, wie Wölfen, Bären oder Luchsen. Dies machen sie selbstständig und instinktiv. Nähert sich etwas Unbekanntes, verteidigen sie die Herde – etwa mit lautem Bellen. Ein Herdenschutzhund wird also versuchen, dich fernzuhalten. Was ist in einer solchen Situation zu tun?
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Verhalten Sie sich ruhig
Der Herdenschutzhund bellt, solange er dich als Gefahr für seine Schützlinge sieht.
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Weiche zurück, falls er nicht aufhört zu bellen.
Zieht er sich zurück, kannst du versuchen, die Herde vorsichtig zu umgehen.
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Kehre im Zweifelsfall lieber um.
Mit einem rücksichtsvollen Verhalten erhöhst du deine Sicherheit und hilfst mit, dass die eigens dafür ausgebildeten Hunde ihre wertvolle Schutzaufgabe ausüben können.
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Keine Begleithunde mitführen
Vor allem für (Begleit-)Hunde besteht ein erhöhtes Risiko: Denn als nahe Verwandte des Wolfes werden sie von Herdenschutzhunden generell als viel grössere Gefahr für ihre Nutztiere eingeschätzt als Menschen. Bei Wanderungen in Gebieten mit Herdenschutzhunden wird von der Mitnahme von Begleithunden dringend abgeraten.
Wo sind Herdenschutzhunde im Einsatz?
Wenn du Begegnungen mit Herdenschutzhunden lieber ganz vermeiden möchtest, kannst du dich auf der folgenden Übersichtskarte informieren. Die Alpweiden, auf denen sich aktuell Herdenschutzhunde aufhalten, sind gelb markiert. Die Karte wird jeweils jährlich zur Sommersaison aktualisiert.
Grossraubtiere
Selten aber möglich: Was tun wenn sich die Wege kreuzen?
Bären und Wölfe sind grundsätzlich scheue Tiere und gehen Menschen generell aus dem Weg. Ein Zusammentreffen ist deshalb sehr selten. Doch was, wenn es trotzdem zu einer Begegnung kommt?
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Im Vorfeld
- Informiere dich beim kantonalen Amt für Jagd und Fischerei über die Anwesenheit von Bären.
- Bleibe auf den Wanderwegen und nimm deinen Hund an die Leine.
- Meide dichtes Beerengebüsch oder abgelegene Pilzgründe.
- Mache mit Sprechen oder unaufgeregtem Lärm auf dich aufmerksam.
- Lasse keine Essensreste oder Abfälle liegen – Bären sollten sich nicht daran gewöhnen, dass Menschen Nahrung bringen.
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Wenn du einen Bären siehst
- Bleibe ruhig stehen und halte Abstand.
- Mache mit natürlichem Reden auf dich aufmerksam.
- Ziehe dich langsam zurück, renne nicht.
- Drohe dem Bären nicht; fuchtle nicht mit Stöcken, wirf keine Gegenstände und schreie nicht.
- Locke den Bären nicht mit Futter an.
- Verzichte zugunsten deiner Sicherheit auf ein Foto.
- Verfolge niemals einen Bären, der sich zurückzieht.
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Wenn ein Bär angreift
- Lege dich auf den Bauch.
- Schütze mit den Händen oder deinem Rucksack den Nacken.
- Die seltenen Attacken auf Menschen sind meist Scheinattacken.
- Lass den Bären auf mindestens 50 Meter Distanz zurückziehen und entferne dich langsam.
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Sichtung melden
- Falls du Bärenspuren entdeckst: Dokumentiere die Spuren und den genauen Fundort.
- Informiere das kantonale
Amt für Jagd und Fischerei.
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Im Vorfeld
- Bleibe auf Wegen und Plätzen und respektiere die Lebensräume der Wildtiere.
- Entsorge keine Essensreste im Wald (z.B. bei Grillplätzen), auch wenn die Menge klein ist. Grundsätzlich sollten Wölfe nicht lernen, dass Menschen Futter liefern.
- Halte deinen Hund immer unter Kontrolle.
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Wenn du einen Wolf siehst
- Bleibe ruhig stehen. Bemerkt der Wolf, dass du ihn entdeckt hast, zieht er sich in der Regel zurück.
- Wenn der Wolf nicht umgehend flieht, mache mit bestimmter Stimme auf dich aufmerksam.
- Ziehe dich langsam zurück, der Wolf wird dich beobachten oder flüchtet direkt.
- Versuche auf keinen Fall, dich dem Wolf zu nähern – auch nicht für Fotos.
- Verfolge oder füttere niemals einen Wolf.
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Sichtungen melden
- Wenn du ein gerissenes Wildtier findest, melde dies dem Wildhüter.
- Melde gesichtete Wölfe umgehend dem Wildhüter.
- Melde alle Konflikte oder Schäden.
KORA, Raubtierökologie und Wildtiermanagement