Bargen, Busstation • SH

Im Reich der Orchideen

Ein abgelegenes Stück Land ist dieses Tannbüel bei Bargen, am nördlichsten Zipfel der Schweiz. Und doch gilt es unter Botanikerinnen und Botanikern als einer der bekanntesten Flecken im ganzen Land. Wer Orchideen liebt, der pilgert im Frühling hierher, dann nämlich, wenn hier Tausende von Frauenschuhen blühen. Ende des 19. Jahrhunderts kam das Tannbüel zur Stadt Schaffhausen. Die Bevölkerung war von Wirtschaftskrisen und Hungersnöten gebeutelt, wanderte in die Städte ab, nach Amerika aus, verschacherte Hab und Gut. Als die Stadt das Land erwarb, forstete sie das Grundstück mit Föhren auf und versprach sich einen satten Gewinn daraus. Denn Holz war ein kostbarer Rohstoff, der Energieträger Nummer 1. Der Wald entwickelte sich jedoch nicht so recht, die Föhren blieben eher gering. Dafür stellte sich mit den Jahren aus botanischer Sicht ein interessanter Wald ein. Er ist mit Laubbäumen durchmischt und doch licht genug, dass Orchideen, darunter auch Frauenschuhe, hier einen idealen Standort finden. 1961 stellte die Stadt Schaffhausen das Gebiet unter Schutz. Seither trifft sie Pflegemassnahmen, damit der Wald nicht einwächst. Denn der Frauenschuh und die anderen Orchideen, die hier im Tannbüel wachsen, verlangen ganz spezielle Lichtverhältnisse. Der Frauenschuh blüht in der Regel von Ende Mai bis Anfang Juni und lockt Tausende von Orchideenliebhabern ins Tannbüel. Verbunden mit einer Wanderung über den Hohen Randen entlang der Landesgrenze im noch lichten Frühlingsbuchenwald, mit Blick in den Schwarzwald, ist dieser Ausflug ein ganz besonderes Erlebnis.

Information

Restaurant Krone, Bargen, 052 653 15 00
Gasthof zur Krone, Neuhaus am Randen (D), 0049 7736 523

Wanderung Nr. 1046

Publiziert 2015 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

Elsbeth Flüeler

Wanderroute

Bargen, Busstation
0:00
0:00
Tannbüel
0:53
0:53
Neuhaus am Randen
1:05
0:12
Schwarzenstein
1:35
0:30
Randen (Klausenhof)
2:08
0:33
Schwedenschanze
2:49
0:41
Iblenquelle
3:17
0:28
fireplace
Bargen, Busstation
3:58
0:41
Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

Wandervorschläge

Vom Kloster Allerheiligen auf den Randen Nr. 0825
Beggingen — Hemmental • SH

Vom Kloster Allerheiligen auf den Randen

Das Schaffhauser Münster gilt als der grösste romanische Sakralbau der Schweiz. Die eindrückliche dreischiffige Basilika wurde ab 1090 errichtet, auf Grundmauern, die ursprünglich gar für ein fünfschiffiges Münster angelegt worden waren. Mitte des 11. Jahrhunderts hatte Papst Leo IX. den Boden nördlich des Rheins geweiht, die neu gegründete Benediktinerabtei Allerheiligen wurde zu einem wichtigen Aussenposten von Rom im Kampf, der um die Wende zum 12. Jahrhundert zwischen weltlicher Macht und Kirche tobte. Es ging um das Recht, Geistliche ins Amt einzusetzen, den sogenannten Investiturstreit. Von mittelalterlichen Machtansprüchen ist in den alten Klostermauern kaum etwas zu spüren. Im Gegenteil. Der Sandstein im Kreuzgang strahlt wohltuende Ruhe aus und durch die zierlichen Rundbögen erhascht man Einblicke in den Kreuzhof: Wo nach Auflösung des Klosters im Zug der Reformation die vornehmen Familien der Stadt begraben wurden, rankt sich heute wilder Efeu um die himmelwärts strebenden knorrigen Bäume. Vorbei an der «Schillerglocke», die den deutschen Dichter zum «Liede von der Glocke» inspirierte, gelangt man zu dem neu angelegten Heilkräutergarten. Allerheiligen gilt als Kraftort. Kraft tankt man auch auf dem Randen, wo mit dem Dorf Hemmental und dem Randenforst einer der wichtigsten Grundbesitze des Klosters gelegen waren. Von Beggingen aus führt der Weg zunächst steil aufwärts. Auf dem Hagenturm, dem höchsten Punkt auf dem Hausberg von Schaffhausen, breitet sich ein spektakulärer Rundblick über den Baumwipfeln aus. Mit Kalk ausgelegte Wege ziehen sich durch den Wald und über Lichtungen hinab nach Hemmental, dessen Häuser sich schmuck um den alten Dorfplatz drängen.
Vallemaggia Nr. 0653
Gordevio • TI

Vallemaggia

Zwei alte Dorfkerne besitzt Gordevio, Briee und Villa. Doch wer von der Kantonsstrasse kommt, wo der Bus ins Maggiatal hält, sieht vorerst vor allem Einfamilienhäuser aus jüngeren Jahren. Während die engen, hintersten Täler des Valle Maggia mit schwindender Bevölkerung kämpfen, ist der vordere Teil als Wohnort beliebt. Die Schwemm~ ebene verleiht dem Tal hier eine gewisse Grosszügigkeit und Locarno liegt in tolerierbarer Pendlerdistanz. Von der Bushaltestelle aus führt der Wanderweg linkerhand des Wildbachs Ri da Briee an den Berghang. Den Hang entlang läuft man zunächst auf mit Trockenmäuerchen ge~ säumten Wegen, so genannten «caraa», später durch Kastanienwald oder terrassierte Rebberge mit sorgfältig restaurierten Rustici und Reblauben. Kurz vor Maggia, dem Hauptort des Tals, fällt der Weg ab in die Ebene. Dort thront etwas ausser~ halb des Dorfes die Kirche Santa Maria delle Grazie aus dem 16. Jahrhundert. Imposant angelegt ist auch die Pfarrkirche San Maurizio. Sie ist weiter taleinwärts auf einer kleinen Anhöhe über Maggia gebaut und im Innern modern renoviert. Auenwälder säumen den weiteren Weg nach Lodano. Dort quert die Route die Maggia über eine Brücke und führt auf der gegenüberliegenden Seite wieder das Tal hinaus. Wieder geht es über sorgfältig restaurierte alte Wege und durch die nach altem Vorbild neu angelegten Rebberge von Lodano. Bevor die Wanderung über eine Hänge~ brücke zurück nach Gordevio gelangt, führt sie durch die schmucken Dorfkerne von Moghegno und Aurigeno. Und auch bei diesen beiden Dörfern drängen vom alten Zentrum her moderne Einfamilienhäuser hinaus in die Ebene.
Dischma Nr. 0631
Davos Dorf • GR

Dischma

Wer heute Davos besucht, kann kaum erahnen, wie sich dieses Hochtal noch vor kurzer Zeit präsentiert hat. Es ist nur 150 Jahre her, da gab es eine Kirche, um die sich ein paar Dutzend Häuser scharten, und rundherum nichts als Wiesen, Weiden und ver­streute Bauernhöfe. Doch der Wandel in Davos kam schnell. 1868 wurde das erste Sanatorium gebaut, 1890 fuhr die erste Eisenbahn ein, und Pensionen und weitere Kuranstalten schossen nun wie Pilze aus dem Boden. Heute ist Davos einer der grössten Wintersportorte der Schweiz. Diese Entwicklung von der Agrarwirtschaft zum Tourismus widerspiegelt sich auch in der Nutzung der Davoser Wälder. Nach der Besiedelung des Hochtales durch die Walser im 13. Jahrhundert wurden die Wälder intensiv genutzt: Sie wurden gerodet, Kühe und Ziegen weideten in ihnen, und sie wurden als Lieferanten für Bau- und Brennholz genutzt. Bereits 1496 erliess die Gemeinde einen ersten Bannbrief, um die Übernutzung einzudäm­men - mit begrenztem Erfolg. Die Übernutzung dauerte an, verglichen mit heute waren die Wälder noch Mitte des 19. Jahrhunderts sehr lückig und offen. Erst nach zerstörerischen Flutkatastrophen wurde 1873 begonnen, die Wälder schonender zu nutzen. Das Dischma ist das ruhigste und unberühr­teste der drei grossen Davoser Südtäler Sertig, Dischma und Flüela. Diese Wanderung führt durch den Büelen- und den Chaiserenwald zum vielleicht schönsten Aussichtspunkt über das lang gezogene Tal. Ideal: Der Aufstieg beträgt nicht einmal 500 Meter, und kurz nach der Halbzeit der Tour wartet ein schmuckes Berggasthaus mit einem kühlen Bier, einem Teller knackigen Salat oder einer währ­schaften Teufischnitte.
Wanderung im Reiat im Naturpark Schaffhausen Nr. 2178
Bibern SH, Dorf — Schaffhausen, Schweizersbild • SH

Wanderung im Reiat im Naturpark Schaffhausen

Typisch für den Naturpark Schaffhausen sind sorgfältig gepflegte Kulturlandschaften und gut erhaltene Dörfer, darunter mehrere mit einem Ortsbild von nationaler Bedeutung. Die Beteiligung von deutschen Gemeinden macht diesen Naturpark zum ersten grenzüberschreitenden Naturpark der Schweiz. Ein Hauptanliegen des Naturparks ist die Förderung der Lebensräume von Fledermäusen, Amphibien und des Mittelspechts. Der Wanderweg führt in angenehmer Steigung von Bibern nach Opfertshofen und mündet in den Reiatweg. Oberhalb von Opfertshofen sind die Kegel der erloschenen Vulkane im deutschen Hegau zu sehen und die Gipfel der Alpen. Auf einer Hochebene führt der Reiatweg auf schmalen Pfaden durch herbstliche Wälder. Ab und zu leiten Seitenpfade aus dem Wald hinaus zu Aussichtsbänken. Nach Buck zweigt der Reiatweg ab nach Thayngen, während die Wanderroute nun auf dem Eiszeitpfad durchs Churzloch und Langloch weiterführt. Die beiden kleinen Täler wurden vom Schmelzwasser der eiszeitlichen Gletscher aus dem Kalkgestein gehobelt und nach dem Rückzug des Eises mit Gesteinsmaterial wieder aufgefüllt. Bei Wäier führt der Wanderweg mehreren Teichen entlang und kann stellenweise etwas matschig sein. Die Wanderung endet bei der Bushaltestelle Schweizersbild, die benannt ist nach einer Fundstelle aus der Späteiszeit.

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Schaffhausen Nordostschweiz Wanderung Sommer Rundwanderung mittel

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