Furka Passhöhe — Realp • UR

Die kontinentale Wasserscheide in Uri

Es gibt weltweit nur wenige Punkte, von denen das Wasser in drei verschiedene Meere abfliesst. Einer davon liegt im Gotthardmassiv auf 3025 Metern über Meer, weit oberhalb der Rotondohütte SAC, an der Grenze der Kantone Uri, Wallis und Tessin. Fällt hier Regen, gelangt er entweder in die Adria, ins Mittelmeer oder in die Nordsee. Dreifache kontinentale Wasserscheide nennt sich ein solcher Punkt im Fachjargon. Auf einer zweitägigen Wanderung kann man diesen speziellen Ort erkunden – und noch viel mehr. Ausgangspunkt ist der Furkapass. Von der Postautohaltestelle führt der Wanderweg südostwärts in Richtung Rotondohütte. Viele Zwischenziele, an denen man sich orientieren könnte, gibt es unterwegs nicht. Durch eine karge Landschaft mit vielen Bächen und kleinen Seen und einigen steilen Alpweiden mit Rindern und Yaks geht es in stetigem Auf und Ab der SAC-Hütte auf 2573 Metern Höhe entgegen. Am zweiten Tag steht ein steiler Aufstieg via die Seen des Witenwasserengletschers zum Hüenderstock bevor. Schon dieser Punkt ist magisch: Nach Schatten, Eis und Fels lockt plötzlich das warme Licht des Südens und der Ausblick ins Val Bedretto. Ab hier ist der Weg bis zur Wasserscheide weiss-blau-weiss markiert, er ist aber gut ausgebaut und für trittsichere und schwindelfreie Wandernde gut zu meistern. Eine Metallpyramide kennzeichnet schliesslich das Ziel. Zurück geht es wieder über den Hüenderstock immer dem Grat entlang zum Hüendersattel und dann hinunter bis auf die riesige Schwemmebene Im Tälli unterhalb der Rotondohütte. Wer einen Tag länger Zeit hat, kann nochmals in der Hütte übernachten. Alle anderen steigen zur Alp Oberstafel ab, wo der Wanderweg ins Tal der Witenwasserenreuss mündet. Dieses führt bis nach Realp, von wo ein Zug ins Goms oder nach Andermatt fährt.

Information

Rotondohütte SAC, 041 887 16 16, rotondohuette.ch

Wanderung Nr. 2345

Publiziert 2026 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

Reto Wissmann

Wanderroute

Furka Passhöhe
0:00
0:00
Stotzigen Firsten
1:10
1:10
Rotondohütte SAC
4:10
3:00
restaurant
accommodation
Hüenderstock
5:30
1:20
Witenwasserenstock
6:00
0:30
Hüenderstock
6:20
0:20
Hüendersattel
7:00
0:40
Oberstafel
8:15
1:15
Oberchäseren
8:50
0:35
Realp
10:10
1:20
Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

Wandervorschläge

Zwei Tage im Vorfeld des Unteraargletschers Nr. 2265
Grimsel, Hospiz • BE

Zwei Tage im Vorfeld des Unteraargletschers

Kurz bevor das Postauto nach kurvenreicher Fahrt von Meiringen aus den Grimselpass erreicht, eröffnet sich rechterhand eine eindrückliche Sicht in ein langes und tief eingekerbtes Tal. Zwischen glatt geschliffenen Talflanken schimmert der grünliche Grimsel-Stausee, und weit im Hintergrund ragt das Finsteraarhorn in den Himmel. Es ist eine urweltliche, allerdings auch vom Menschen geprägte Szenerie, die sich gut auf einer zweitägigen Wanderung zur Lauteraarhütte und zurück erkunden und erleben lässt. Sie beginnt beim Hotel Grimsel Hospiz und verläuft am Nordufer des Grimselsees entlang. Der Abschnitt ist zwar lang, überrascht aber immer wieder mit kleinen Mooren, sprudelnden Bächen und einigen mächtigen Arven. Überall an den felsigen Hängen sind die Spuren der einst mächtigen Gletscher auszumachen. Beim westlichen Ende des Grimselsees beginnt das Vorfeld des Unteraargletschers, eine weite Auenlandschaft mit viel Kies und Sand, durch die sich die junge Aare schlängelt. Manchenorts konnten bereits Sträucher und Bäume Fuss fassen, während andernorts erst Moose den jungen Boden bedecken. Durch den Klimawandel hat sich der Gletscher in den letzten Jahrzehnten weit zurückgezogen und hat auch mächtig an Dicke verloren. Nach einem etwa einstündigen, aber technisch einfachen Aufstieg ist dann die Lauteraarhütte SAC erreicht. Der traditionelle Steinbau sitzt auf einer kleinen Schulter auf fast 2400 Metern, mit eindrücklichem Blick auf die Viertausender Finsteraarhorn, Lauteraarhorn und Schreckhorn. Auf der Terrasse, die sich fast um das ganze Haus zieht, lässt es sich herrlich ausruhen, und mit etwas Glück kann man in der Umgebung Gämsen ausmachen. Am zweiten Tag geht es dann auf derselben Strecke zurück zum Grimselpass.
Über die Lochberglücke zur Göscheneralp Nr. 1890
Tiefenbach (Furka) — Göscheneralp, Dammagl. • UR

Über die Lochberglücke zur Göscheneralp

40 Etappen, 53 000 Höhenmeter, 360 Kilometer. Keine Frage: Der Urner Alpenkranz gehört zu den spektakulärsten Weitwanderwegen der Schweiz und Europas. Er führt vom Voralpengebiet bis ins Reich von Felsen, Geröll, Schnee und Gletschern. Übernachtet wird in Hütten und Berggasthäusern, waren es doch deren Betreiber, die den Urner Alpenkranz vor Jahren ins Leben gerufen haben. 2017 haben die Urner Wanderwege den Weitwanderweg zu neuem Leben erweckt. Auf dem Alpenkranz kann man auch tageweise wandern, zum Beispiel von der Furka-Passstrasse zur Göscheneralp. Die Lochberglücke, die dabei überquert wird, hat es aber in sich. Als T4 klassiert, erfüllt sie alle Anforderungen an eine Alpintour. Der Weg ist steil, kräftezehrend und verlangt Orientierungssinn, einen Pfad sucht man oft vergebens, dafür steigt man über Felsen und Geröll und überquert Schneefelder. Der Start indes ist einfach. Auf solidem Wanderweg wird die Albert-Heim-Hütte erreicht, mit traumhaftem Blick auf einen Kranz vergletscherter 3000er-Gipfel. Bald danach gilt es ernst, die weiss-blau-weissen Markierungen übernehmen die Führung. Ausgesetzt ist die Tour nirgends, an manch einer Stelle kommen die Hände zum Einsatz. Die hochalpine Umgebung entschädigt für die Anstrengung. Und hat man den langen, steilen und rutschigen Abstieg am Älprigensee vorbei zur Älprigenplangge geschafft, erscheint das letzte Stück auf dem Rundweg um den Göscheneralpsee fast wie ein Spaziergang. Die Glocke beim Parkplatz erinnert an die ehemalige Alpsiedlung Hinteralp.
Rundtour im Göschenertal Nr. 0791
Göscheneralp — Göschenen • UR

Rundtour im Göschenertal

Das Göschenertal birgt viele Geheimnisse. Nicht zuletzt den Riesenkristall vom Planggenstock, der mit 107 Zentimetern Länge und 300 Kilo Gewicht jegliche Vorstellung von Kristallfunden in der Schweiz sprengt und heute im Naturhistorischen Museum Bern zu bewundern ist. Wo genau er gefunden wurde, weiss der Wart auf der Bergseehütte, deren Terrasse direkt zum Planggenstock hin liegt. Dort suchen Strahler immer wieder nach Kristallen. Südöstlich vom Planggenstock ist die Lochberglücke. Für geübte Alpinwanderer ist sie der Zugang ins Göschenertal und Auftakt zu der grossen Rundtour: Von der Albert‑Heim‑Hütte im Urserental zur Dammahütte, zur Chelenalphütte und über die Bergseehütte zu Voralp‑ und Salbithütte führt sie auf ein vier‑ bis fünftägiges Alpintrekking. Die kleine Rundtour dauert zwei Tage, indem vom Göscheneralpsee direkt zur Bergseehütte aufgestiegen wird. Zwischen Voralp‑ und Salbithütte läuft man über den 2010 eingeweihten Weg mit einer 45 Meter langen Metallleiter und der Hängebrücke Salbit, für deren Bau das Material der alten Triftbrücke verwendet wurde. Das eigentliche Ereignis jedoch ist die archaische Wucht der Landschaft. Die Gletscherfelder der Dammabergkette kränzen den Horizont, Moränen zerfurchen die Felswand unter den Sustenlimihörnern, rostrot leuchtet das Geröll über den Gletscherresten, die sich zum Sustenjoch hochziehen. Wer hier unterwegs ist, muss trittsicher und schwindelfrei sein und wissen, wie man sich in alpinem Gelände bewegt.
Zur Albert-Heim-Hütte Nr. 0293
Tiefenbach — Andermatt • UR

Zur Albert-Heim-Hütte

Ab Andermatt fährt das gelbe Postauto durch das Urserental nach Realp und auf der kurvenreichen Furkastrasse zum Hotel Tiefenbach hinauf. Es bieten sich zwei Varianten an, um zur Albert‑Heim‑Hütte aufzusteigen: entweder auf dem Fahrweg des Hüttenwarts oder direkt über Älpetli zur Hütte hinauf, die am Fuss des Tiefengletschers liegt. Beeindruckend ist die fantastische Sicht auf den Gletscher, den Galenstock und gegen Süden über das Gotthardmassiv. Die 1918 von der SAC‑Sektion Uto erbaute Hütte wurde vom bekannten Alpenforscher und Geologen Albert Heim persönlich eingeweiht. Er wählte den markanten Standort auf einem Felssporn, damals noch dicht am Geltscher, selber aus. Frisch gestärkt steigen Wanderer/innen durch das wilde Steinmeer nach Lochberg hinunter, wo sich der Weg mit dem Urschener Höhenweg, der direkt von Tiefenbach herführt, verbindet. Weiter steigt man zum Lochberg‑Bach ab, der hier in einem Stollen verschwindet und den Göscheneralpsee speist. Auf dem Höhenweg steigt die Route wieder etwas bergan. Die herrliche Sicht über das Urserental zum Gotthard und weiter zum Oberalppass lässt die Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. An kleinen Bergseen vorbei wird Rossmettlen erreicht. Hier beginnt der lange und zum Teil recht beschwerliche Abstieg nach Andermatt. Der Weg verliert sich stellenweise in den Kuhweiden. Ein Verirren ist aber unwahrscheinlich, da Andermatt stets vor einem liegt. Der Reuss entlang gelangen Wandernde zum Bahnhof. Nach diesem langen Marsch ist es eine Wohltat, sich im Restaurant bei einem erfrischenden Getränk zu erholen, bis die Bahn wieder durch die Schöllenenschlucht nach Göschenen hinunter, heimwärts, fährt.

Passende Produkte aus unserem Shop

3314T Andermatt

CHF 13.50

255T Sustenpass

CHF 22.50

265T Nufenenpass

CHF 22.50

Tags

Uri Zentralschweiz Alpinwanderung Sommer Gipfelwanderung Mehrtageswanderung für schwindelfreie Menschen hoch T4

Mit Klick auf ein Tag können Sie dieses in Ihrem Account hinzufügen und erhalten auf Ihre Interessen zugeschnittenen Content vorgeschlagen. Tags können nur in einem Account gespeichert werden.