Pfingstegg • BE

Zur Loge über dem Unteren Grindelwaldgletscher

Im Jahr 2005 löste sich unterhalb der Stieregghütte in Grindelwald eine Moräne. Ein grosser Teil der Alpterrasse rutschte auf den Unteren Grindelwaldgletscher ab, und das Berggasthaus, das nun unmittelbar an der Geländekante stand, musste aufgegeben werden. Weil die stützenden Eismassen weggeschmolzen sind und der Permafrost auftaut, verlieren die steilen Bergflanken ihren Halt, und ganze Geländepakete rutschen ab. Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass dieses ausgehobelte Tal bis vor wenigen Jahrzehnten noch mit Gletschereis gefüllt war. Bei der Pfingstegg, wo die Wanderung startet, ist noch nichts von diesem Drama zu sehen. Mit jeder Wegbiegung wird der Blick zu den mächtigen Fiescherhörnern eindrücklicher. Etwa auf 1600 Metern folgt der Weg einer neuen Route, die nach den Ereignissen von 2005 angelegt wurde. Früher ging es mehr oder weniger flach weiter zur Stieregghütte, nun steigt der Pfad zum neu gebauten Berghaus Bäregg auf, das auf stabilem Felsuntergrund steht. Die einladende Sonnenterrasse ermöglicht einen Blick hinunter zum Hangabriss. Wer genau hinschaut, entdeckt noch Reste der Grundmauern der Stieregghütte an der Abrisskante. Das leckere Verpflegungsangebot der «Bäregg» und die Aussicht laden vor dem Abstieg zum Einkehren ein.

Information

Erreichbar ist die Pfingstegg mit der Luftseilbahn von Grindelwald. Mit dem Ortsbus gelangt man vom Bahnhof zur Talstation.

 

Bergrestaurant Pfingstegg, 033 853 11 91, www.bergrestaurant-pfingstegg.ch
Berghaus Bäregg, 079 121 09 09, www.baeregg.com

Wanderung Nr. 2089

Publiziert 2023 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

Sabine Joss

Wanderroute

Pfingstegg
0:00
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Wysseflüö
0:11
0:11
Bäregg
1:23
1:12
restaurant
accommodation
Wysseflüö
2:09
0:46
Pfingstegg
2:21
0:12
Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

Wandervorschläge

Grosses Panorama auf dem Gibel Nr. 2292
Käserstatt • BE

Grosses Panorama auf dem Gibel

Dank der Bergbahnen Meiringen–Hasliberg ist diese aussichtsreiche Wanderung auf rund 2000 M. ü. M. für ein breites Publikum gut erreichbar. Der Weg ist grösstenteils weiss-rot-weiss markiert und technisch einfach. Von der Bergstation Käserstatt führt die Route zunächst leicht abwärts Richtung Vordere Staffel. Beim Punkt 1777 gilt es, nicht der Fahrstrasse zu folgen, sondern den links abzweigenden Wanderweg zu wählen. Dieser quert ein naturnahes Gebiet mit Moorflächen, die dank Holzstegen problemlos passiert werden können. Bereits hier eröffnen sich eindrucksvolle Ausblicke auf die Berner Alpen mit ihren über 4000 Meter hohen Gipfeln sowie auf den Brienzersee. Nach der Durchquerung des kleinen Weilers Vordere Staffel beginnt der rund einstündige Aufstieg zum Gibel. Kurz vor dem Gipfel lohnt sich bei Punkt 1976 ein kurzer Abstecher nach links. Wenige Schritte abseits des Weges befindet sich ein Rastplatz mit Sitzbänken und einer eindrucksvollen Aussicht tief hinunter auf den Brienzersee. Für den weiteren Aufstieg folgt man der Signalisation Richtung Gibel. Mit einem kurzen Abstecher in den Nachbarkanton Obwalden eröffnet sich der Blick auf den Lungerersee. Wenig später ist der Gipfel des Gibel auf 2036 Metern erreicht. Auf dem aussichtsreichen Gipfel laden mehrere Sitzbänke zum Verweilen ein. Das Panorama reicht von Eiger, Mönch und Wetterhorn bis zu den Gletschern der umliegenden Hochalpen. Der Rückweg verläuft angenehm bergab zurück nach Käserstatt. Der Wanderweg führt durch blumenreiche Alpweiden und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegende Berglandschaft. Zum Abschluss der Tour lädt die Sonnenterrasse des Bergrestaurants Käserstatt zu einer wohlverdienten Pause ein.
Tragödien und Triumphe am Eiger Nr. 1459
Wengernalp — Kleine Scheidegg • BE

Tragödien und Triumphe am Eiger

Die Wetterverhältnisse waren denkbar ungünstig, als sich 1952 ein Trupp pflichtgetreuer Retter unter Einsatz ihres Lebens aufmachte, um dem Ruf nach Hilfe zu folgen. Ein amerikanisches Militärflugzeug war kurz zuvor auf den Guggigletscher abgestürzt. 50 Jahre später gab der Gletscher die Trümmer frei. Jeden Frühling wurden aufs Neue Teile davon mit dem Lawinenschnee bis an den Wanderweg befördert. Heute sind zwar keine Spuren des Unglücks mehr zu finden, aber der stete Blick zum Guggigletscher macht die Tragödie dennoch wandernd erlebbar. Die imposanten Fels- und Eismassen von Eiger, Mönch und Jungfrau scheinen zum Greifen nah, wenn man bei Wengernalp den Zug verlässt. Über blumenreiche Wiesen führt die Route zunächst flach zu einem kleinen Wäldchen und überquert dort den Nesselbach. Unter dem Trassee des Winterlifts hindurch geht es ostwärts bergauf zur Haaregg. Eine Rast bei prächtiger Aussicht ist ratsam, denn jetzt wird es ordentlich steil. Man kann sich die Qualen der Teilnehmer des Jungfraumarathons vorstellen, wenn sie sich jeweils im September über die Gletschermoräne ins Ziel auf 2100 Meter über Meer hochkämpfen. Nach gut anderthalb Stunden ist bei der Station Eigergletscher der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Auf dem 40-minütigen Abstieg zur Kleinen Scheidegg führen informative Holzstelen durch die bewegte Geschichte der Eigernordwand. Unterwegs sind die Namen aller erfolgreichen Eigernordwandhelden in Stein eingraviert. Aber auch diejenigen der über 60 Bergsteiger, die hier ihr Leben gelassen haben. Triumphe und Tragödien am Berg - sie liegen hier im Jungfraugebiet wahrlich nahe beieinander.
Prix Rando Nr. 0486
Bort — Grindelwald • BE

Prix Rando

Grindelwald ist einer der vom Klimawandel stark betroffenen Tourismusorte. Die Auswirkungen des Klimawandels sind hier bereits an mehreren Stellen deutlich sichtbar. Vor allem der untere der beiden Gletscher leidet unter rascher Abschmelzung, und der daraus hervorgehende Gletscherrandsee stellte die Experten vor ein Rätsel. Auf Initiative der Universität Bern, einer der weltweit führenden Institutionen in der Klimaforschung, sind in der Jungfrauregion sieben Klimapfade entstanden. Mittels Audioführer (i‑Phone) werden den Benutzern ortsspezifische Informationen zu Fragen des Klimawandels vermittelt. Der Klimapfad «A» auf der Sonnseite Grindelwalds ist unter anderem dem Thema Gletscher gewidmet. Ab Station Bort führt der Wanderweg zunächst kurz über eine Gletschermoräne hinauf und biegt dann rechts ab. Hier schaltet sich der Audioführer per GPS ein erstes Mal automatisch ein. Die sieben Hörstandorte sind im Gelände zusätzlich mit einem Pfosten markiert. Mühelos gelangt man entlang der 1600 Höhenmeter‑Grenze nach Unter Lauchbühl. Auf dem Weg über die weitläufigen Weiden bieten sich fantastische Ausblicke zu Wetterhorn, Schreckhorn, Mettenberg und der schroffen Eigernordwand. Für den Rückweg nach Grindelwald bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Wissenshungrigen sei empfohlen, nach Hotel Wetterhorn abzusteigen und von dort auf dem Klimapfad «E» (Thema: Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus) über Uf dr Egg/Bodmi zurück ins Gletscherdorf zu wandern. Sonst ist die Route via Moos ebenfalls schön.
Eigertrail Nr. 0464
Kleine Scheidegg — Brandegg • BE

Eigertrail

Ab Grindelwald oder Lauterbrunnen trägt die Bahn einen bequem über die 2000-Meter-Grenze auf die Kleine Scheidegg, den Ausgangspunkt dieser spektakulären Bergtour vor imposantester Bergkulisse. Alle andern gehen am Hotel Bellevue vorbei, steigen zum Kiesweg hinauf, der parallel oberhalb der Bahnlinie verläuft, und wandern bis zur Loucherflue, wo sich der Weg gabelt. Diese Route führt über den ganz linken, direkteren etwas unterhalb der Station Eigergletscher. Hier beginnt der Eiger-Trail, wie es gross angeschrieben steht. Über die steilen Alpweiden und Geröllhalden der Alp Wärgistal geht man bald am Fuss der imposanten, vielbeschriebenen Eigernordwand und staunt ab der imposanten Bergwelt. Bloss 30 Meter fehlen dem Eiger übrigens zum Viertausender. Nun führt die Route stetig abwärts, und der Blick schweift zum Wetterhorn und der Grossen Scheidegg. Beim Wasserfall wird der Weg etwas rauer. An der Kreuzung mit dem Wegweiser zur Gletscherschlucht könnte man nach Grindelwald hinuntersteigen, doch diese Route biegt links ab und führt, zum Teil mit Seilen gesichert, nach Alpiglen. Wer mag, kann sich dort im Restaurant auf die Sonnenterasse sitzen und den Ausblick geniessen. Alpiglen ist auch Haltestelle der Wengernalpbahn, wer genug gewandert ist, kann sich nach Grindelwald hinunterfahren lassen. Wer noch in der Bergwelt verweilen möchte, geht weiter auf dem nun weiss-gelb-weissen Wanderweg dem Bahntrassee entlang, bei der Gabelung führt diese Route über den Weg rechts in den Wald hinunter, aber auch die links gelangt man zur Bahnstation Brandegg.

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