Cavaglia — Ospizio Bernina • GR

Über die Alp Grüm auf den Berninapass

Ein See wie ein Liebesgruss und ein Gletscher zum Greifen nah: Diese Bergwanderung zwischen dem Puschlav und dem Oberengadin bietet Natur- und Bahnfans zahlreiche Höhepunkte. Ausgangspunkt ist der Bahnhof Cavaglia auf einer Hochebene bei Poschiavo. Vom Dorfzentrum geht es zunächst zum Wasserkraftwerk, von wo aus der steile Aufstieg zum Lagh da Palü beginnt. Die Wanderung folgt immer den Wegweisern der SchweizMobil-Route 33 «Via Albula/Bernina». Vorbei an schroffen Felskanten und begleitet vom Rauschen des Flusses erreicht man nach rund einer Stunde den Stausee. Dieser wird vom Schmelzwasser des Palügletschers gespeist, den man nun sehen kann. Die herzförmige Silhouette des Sees wird erst weiter oben deutlich. Was man aber schon jetzt sehen kann, sind die Züge der berühmten Berninalinie der Rhätischen Bahn, die sich hier entlang schlängeln. Bei der Station Alp Grüm windet sich die Strecke in einer hübschen Schleife. Der ideale Ort für eine Pause mit Blick auf den imposanten Gletscher, wo sich das Eis zu einem tosenden Wasserfall verflüssigt. Auf dem nächsten Abschnitt, dem Aufstieg zum Aussichtspunkt Sassal Mason, hat man sogar das Gefühl, der Gletscher sei zum Greifen nah. Und siehe da: Von dieser erhöhten Warte aus zeigt sich nun auch der Lagh da Palü als hellblau leuchtendes Herz. Der spektakuläre Ausblick erleichtert die nächsten Höhenmeter, die im Zickzack erklommen werden. Von der Plattform Sassal Mason mit ihren runden Steinhäusern reicht der Blick bis zum Lago di Poschiavo. Hier kann man durchatmen, der höchste Punkt der Wanderung ist erreicht. Der letzte Abschnitt führt durch die karge Alpenlandschaft leicht abwärts zum Lago Bianco und an dessen Ufer entlang zum Ospizio Bernina, der höchstgelegenen Station der Rhätischen Bahn.

Information

Erreichbar sind Cavaglia und «Ospizio Bernina» mit dem Zug von Poschiavo oder St. Moritz.

Albergo Ristorante Stazione Cavaglia, Poschiavo, 081 834 61 55, www.stazionecavaglia.ch

Restaurant Alp Grüm, Poschiavo, 081 844 03 18, www.alpgrum.com

Wanderung Nr. 2024

Publiziert 2023 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

Nathalie Stöckli

Wanderroute

Cavaglia
0:00
0:00
Lagh da Palü
0:56
0:56
restaurant
Alp Grüm
1:25
0:29
Sassal Mason
2:29
1:04
Ospizio Bernina
3:31
1:02
Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

Wandervorschläge

Zu den Gletschertöpfen im Puschlav Nr. 2371
Sfazù, Fermata — Cavaglia • GR

Zu den Gletschertöpfen im Puschlav

Während der jahrtausendelangen Vergletscherung durch den eiszeitlichen Palügletscher entstanden bei Cavaglia bis zu zehn Meter tiefe und fünf Meter breite Gletschertöpfe und Strudeltöpfe. Sie bildeten sich, weil Schmelzwasser durch Risse und Spalten im Gletschereis bis hinunter auf den felsigen Untergrund floss. Mitgerissenes Geröll hobelte und schliff in den wirbelnden Bewegungen des Schmelzwassers während Jahrtausenden immer tiefere Löcher in den Fels, und schuf dabei Gletschertöpfe in allen Grössen. Die Wanderung von Sfazù nach Cavaglia ist nur trittsicheren, schwindelfreien Wandernden zu empfehlen. Der Wanderweg führt in kurzen und steilen Auf- und Abstiegen dem Talhang entlang. Eine besonders ausgesetzte Stelle ist mit Drahtseilen gesichert. Immer wieder gibt der Wald Blicke frei auf das tief zwischen den Bergketten eingeschnittene Val Poschiavo, dessen Geländeform ebenfalls vom Gletschereis modelliert wurde. Nach einem letzten ruppigen Abstieg auf einem Weg mit lockerem Geröll ist der Gletschergarten bei Cavaglia erreicht. Ein Rundweg führt durch den frei zugänglichen, eindrücklichen Gletschergarten mit den teilweise begehbaren Gletschertöpfen.
Zum Lago Vago, dem türkisfarbenen Bergsee Nr. 2346
Forcola di Livigno • GR

Zum Lago Vago, dem türkisfarbenen Bergsee

Rundum ein Augenschmaus, dazu noch eine abwechslungsreiche und spannende Wegführung – das verspricht diese Gipfeltour. Am besten wählt man einen sonnigen Tag, denn erst dann kommen die Farben des Sees und des Gesteins so richtig zur Geltung. Bis zum Lago Vago ist es eine leichte Bergwanderung, auch noch bis zum Gratansatz. Wer weiter will, benötigt einen sicheren Tritt und Schwindelfreiheit. Zwar bewegt man sich am Gipfelkamm meist durch Gehgelände, doch recht exponiert, hie und da müssen die Hände eingesetzt werden. Die Wanderung beginnt auf dem Forcola di Livigno und folgt zunächst der Grenzlinie zwischen dem Engadin und dem Veltlin. Am Grenzstein auf der Passhöhe biegt man in den Pfad südöstlich bergwärts, vorbei an der Madonna delle Acque, ins Val Orsera. Bei P. 2461 – nun schon in Italien – gabelt sich der Weg und man biegt links ab. Al Vach und Lach dal Vach steht auf den Wegweisern, Monte Vago und Lago Vago im lokalen Dialekt. Vach vom lateinischen vacuum, also «leer», bezeichnet das öde und unbewirtschaftete Gelände, das das Gebiet des Monte Vago charakterisiert. Der italienisierte Name Vago steht für «instabil», wie ein Grossteil der Hänge hier. Nach einem steilen Aufstieg schlängelt sich die Route nordöstlich zum Kar des Monte Vago, in das sich der See bettet. Viele wollen der leuchtenden Perle nahe sein, das zeigt ein Trampelpfad ans Ufer hinunter. Der offizielle Wanderweg führt oberhalb des Sees durch Blockwerk zum Gratansatz des Monte Vago bei P. 2906. Nun geht es rechts der felsigen Kammschneide und den rot-weiss-roten Markierungen nach auf den Gipfel, wo man sich ins Gipfelbuch eintragen kann. Traumhaft die Rundschau: die Berninagruppe, das Hochtal von Livigno, Ortler und Königsspitze stechen hervor. Auf dem gleichen Weg kehrt man zurück. Früher konnte auf dem Forcola di Livigno auch übernachtet werden, das ist seit einigen Jahren leider nicht mehr möglich.
Durch das Val da Pila auf die Alp Grüm Nr. 2082
Cavaglia — Alp Grüm • GR

Durch das Val da Pila auf die Alp Grüm

Auf dieser Wanderung im Puschlav sieht man zwei besonders schönen Bergseen: den versteckten Lagh da l’Ombra und den herzförmigen Lagh da Palü. Im kleinen Dorf Cavaglia beginnt die Wanderung. Dessen Bahnhof ist aber auch kulinarisches Ziel: Das Restaurant serviert währschafte Gerichte wie Capunet oder Ossobuco. Und ein weiterer Tipp: Wenige Minuten entfernt befindet sich der Gletschergarten, der Giardino dei Ghiacciai. Dort lassen sich metertiefe Löcher bewundern, die vor langer Zeit von Gletscherwasser und Schutt in die Felsen gemahlen worden sind – ein Naturphänomen. Vom Dorfkern wandert man durch eine schmale Gasse in Richtung Lagh da l’Ombra. Entlang des Bachs Acqua da Pila geht es eine gute Stunde aufwärts – durch das schmale Val da Pila und unter dem imposanten Viadukt der Rhätischen Bahn hindurch. Bei der Abzweigung im Lärchenwald zum Lagh da l’Ombra lohnt sich ein Abstecher: nicht nur wegen der Schönheit des Bergsees, sondern auch aufgrund der Gämsen, die sich in den Felsen tummeln. Deshalb Feldstecher nicht vergessen. Auf dem gleichen Weg geht es wieder zurück zur Abzweigung und weiter bergaufwärts. Oben beim breiten, ebenen Weg angekommen, hat man den höchsten Punkt erreicht. Hier schlägt man links in Richtung Alp Grüm ein. Bereits nach wenigen Minuten rückt das Hotel Casa Alpina Belvedere in Blickweite. Der Name verspricht nicht zu viel: Die Aussicht von der Terrasse auf den Vadret da Palü, der den darunter liegenden Lagh da Palü speist, ist spektakulär. Das zu einem Wasserfall zerrinnende Eis erinnert an eine Sanduhr. Doch eigentlich möchte man die Zeit hier oben am liebsten vergessen. Wäre da nicht der Zug, der am Bahnhof Alp Grüm für die Rückfahrt bereitsteht.
Unterwegs im Blumenparadies Nr. 1514
Rifugio Saoseo • GR

Unterwegs im Blumenparadies

Die wilde Landschaft des Val da Camp lädt zum Träumen ein und die bunten Blumenwiesen begeistern nicht nur Botaniker. Zwischen den zwei aus Natursteinen gebauten Häusern des Rifugio Saoseo hindurch führt der Bergwanderweg kurz bergan und bereits nach einer Viertelstunde ist der Lagh da Saoseo erreicht. Wie ein funkelnder Smaragd liegt er, umgeben von Arven und Lärchen, in der erhabenen Landschaft. An seinem Ufer blühen Alpenrosen. Im Val da Camp findet sich im Bergsommer eine reiche Flora. Der noch etwas grössere Lagh da Val Viola, lädt zu einer Pause an seinen Ufern ein. Weiter gehts an einer kleinen Holzhütte vorbei, wo der Weg rechts abzweigt, über einen Bach führt, um dann ziemlich steil anzusteigen. Etwa auf halber Höhe findet sich die üppigste Blütenpracht: Kohlröschen, Alpenastern, verschiedenen Kleearten, Glockenblumen und vielen mehr. Sogardie sehr seltene Zwergorchis wurde entdeckt. Man muss aber gut hinschauen, denn diese Orchidee ist nur gerade 5-15 Zentimeter gross und unscheinbar grün. Ihre Art gedeiht nur auf 1500 bis 2700 Metern über Meer, am liebsten in windexponierten Lagen mit Polsterbewuchs. Weiter geht es auf den namenlosen Pass und hinunter zum Rifugio Viola. Ja, es ist tatsächlich Italien hier: das Rifugio zaubert südländisches Flair in die Alpenwelt. Über eine alte gepflasterte Säumerstrasse wird der Pass da Val Viola erklommen. Es empfiehlt sich allerdings, kurz vor dem Pass rechts auf den Wanderweg abzubiegen. In kurzem Zickzack gelangt man auf die kleine Hochebene Plan da la Genzana. Dort wählt man den rechten Weg, hinunter ins Tal von Campasciol, welches wieder zum Lagh da Val Viola führt. Auch hier gibt es am Wegrand immer wieder Blumen zu bestaunen. Genuss pur!

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469T Val Poschiavo

CHF 22.50

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Graubünden Südostschweiz Bergwanderung Sommer Bergseenwanderung Uferwanderung mittel T2

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