Gemmipass — Sunnbüel • VS

Im Schnee über den Gemmipass

Schon im 18. und 19. Jahrhundert überquerten erste Touristen die Gemmi. Unter diesen befanden sich Künstler, Dichter und Politiker, wie etwa der Berner Universalgelehrte Albrecht von Haller, Mark Twain, Alexandre Dumas, Lenin und Picasso. Sie alle logierten im Berghotel Schwarenbach auf halbem Weg zwischen Leukerbad und Kandersteg. Die ursprüngliche Zollstation wurde 1742 zum Berghaus umgebaut und ist auch heute ein willkommener Etappenort, wo man sich – zurückgelehnt an die sonnenwarme Hauswand – gerne bewirten lässt. Während der Seilbahnfahrt hinauf zum Gemmipass könnte mancher Bauch ein wenig rebellieren, so steil schwebt die Kabine die Felswände entlang in die Höhe. Von oben sieht Leukerbad aus wie ein Spielzeugdorf. Diesen Tiefblick von der Aussichtsplattform sollte man nicht verpassen, ehe man sich den Dreitausendern und der Weite des Daubensee-Plateaus zuwendet. Tiefgefroren und zugeschneit lässt sich der See unter der weissen Hochfläche jedoch nur erahnen. Planierte Trassees überqueren die glitzernde Fläche, die einen für Langläufer, die anderen für Winterwanderer. Dass der Weg über die Gemmi immer noch so viel Natur zu bieten hat, ist nicht selbstverständlich. In den 1950er-Jahren bestanden Pläne für eine Passstrasse, die glücklicherweise wieder in der Schublade verschwanden. So «zieren» denn heute nur ein paar Hochspannungsleitungen die ansonsten kaum berührte Landschaft. Auf dem Sunnbüel am Ende der Wanderung verführt noch einmal eine Berghausterrasse dazu, sich Sonne und Bergsicht noch länger hinzugeben, bevor es mit der Luftseilbahn wiederum schwindelerregend steil nach Kandersteg hinuntergeht.

Information

Erreichbar ist der Gemmipass per Seilbahn von Leukerbad. Von Sunnbüel fährt die Seilbahn nach Kandersteg.

 

Berghotel Wildstrubel, Gemmipass: Tel. 027 470 12 01, www.gemmi.ch

Berghotel Schwarenbach: Tel. 033 675 12 72, www.schwarenbach.ch

Bergrestaurant Sunnbüel: Tel. 033 675 13 34, www.sunnbuel.ch

Wanderung Nr. 1811

Publiziert 2021 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

Fredy Joss

Wanderroute

Gemmipass
0:00
0:00
Berghotel Schwarenbach
1:42
1:42
restaurant
accommodation
Sunnbüel
3:02
1:20
Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

Wandervorschläge

Zu den Anfängen des Lawinenschutzes in Leukerbad Nr. 2197
Leukerbad • VS

Zu den Anfängen des Lawinenschutzes in Leukerbad

Lawinen sind in Leukerbad allgegenwärtig. Der Walliser Ferien- und Kurort wurde mehrmals von verheerenden Lawinenabgängen heimgesucht. Das Dorf gehört deshalb zu den ersten, die mit Schutzbauten die Gefahr abzuwenden versuchten. Im 16. Jahrhundert wurde eine 80 Meter lange und 4 Meter hohe Leitmauer erbaut, welche die Schneemassen am Dorf vorbei zu Tal leiten sollte. Auf der Winterwanderung von Leukerbad über Lompera zum Majingsee passiert man die noch bestens erhaltene Lawinenleitmauer im steilen Waldaufstieg zwischen dem Dorfende bei der Bushaltestelle Lärchenwald und dem Restaurant Weidstübli. Bevor der Weg in den Wald eintaucht, schlängelt er sich vom Busterminal Leukerbad durch den Dorfkern mit seinen alten und gepflegten Holzhäusern und vorbei an der imposanten Alpentherme mit dem historischen Bäderkomplex. Sind nach einer knappen Wanderstunde das Dorf, die Schutzmauer und das Restaurant Weidstübli passiert, übernimmt die eindrückliche Bergwelt das Zepter. Zusehends enger wird das Tal, hohe Berge mit steilen Felswänden schiessen links und rechts in die Höhe: Schwarzhorn, Daubenhorn, Rinderhorn, Majinghorn und Torrenthorn. Hat es zuvor üppig geschneit, hört man von Weitem Lawinen zu Tal donnern. Gut, ist man auf dem präparierten Weg in sicherer Distanz. Vom Majingsee, wo die Tour endet, ist im Winter nichts zu sehen. Die weisse Fläche lässt seine Präsenz nur erahnen. Zurück geht es auf demselben Weg. Am Panorama kann man sich in der ruhigen Umgebung nochmals ausgiebig sattsehen, bevor das quirlige Leukerbad zurückkehrt. In einem der zahlreichen Restaurants lässt sich die kurze, hübsche Tour Revue passieren.
Von Guttet nach Albinen Nr. 1659
Guttet — Albinen • VS

Von Guttet nach Albinen

Die drei Bergdörfer Albinen, Guttet und Feschel sind durch breite Waldsträsschen verbunden, die nur mässige Steigungen aufweisen. Im Winter sind sie für den motorisierten Verkehr gesperrt; dann werden sie mit Pistenfahrzeugen gewalzt und stehen als Winterwanderwege zur Verfügung. Der eine Ast beginnt am oberen Dorfrand von Guttet. Er führt in sanftem, doch anhaltendem Aufstieg zur Thunerkurve hinauf. Der ungewöhnliche Flurname geht auf den August 2003 zurück. Nach wochenlang sengend heisser Witterung hatte damals ein Funke genügt, um den stattlichen Bergwald in Flammen aufgehen zu lassen. Dem Brand fielen rund drei Quadratkilometer Wald zum Opfer. Eine Gruppe von Feuerwehrleuten aus Thun stand in diesem Gebiet bei der Bekämpfung des Feuers im Einsatz. Bevor man das einstige Waldbrandgebiet durchquert, empfiehlt sich ein Abstecher zur Hochebene von Sämsu, die einen schönen Blick zur gegenüberliegenden Seite des Rhonetals bietet. Noch umfassender ist die Aussicht, wenn man die frühere Waldbrandzone durchquert. Vom einst dichten Nadelholzwald sind nur noch einzelne dürre Baumruinen verblieben, die den grossartigen Ausblick auf das Rhonetal und ins Unterwallis kaum beeinträchtigen. Vom beklemmenden Anblick dieser stummen Mahnmale sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen: Die Natur erobert sich den einstigen Brandplatz zügig zurück. Überall spriessen schon wieder Jungbäume und Büsche – über kurz oder lang wird hier wieder dichter Wald stehen. Nach einem scharfen Knick Richtung Norden geht es durch intakte Tannenwaldbestände ins Dalatal. Das Panorama wird nun von Schwarzhorn und Daubenhorn beherrscht. In einem weiten Bogen steigt man schliesslich nach Albinen ab.
Winterfrühling über Davos Nr. 1417
Ischalp — Davos Platz • GR

Winterfrühling über Davos

Im Frühling ist der Schnee auf dem Rückzug. Die Bergwelt um Davos lädt aber auch dann noch zum Winterwandern. Insbesondere am Jakobs- horn sind dank dessen Nordausrichtung die Hänge lange schneebedeckt. Von der Mittelstation Ischalp führt ein markierter Weg durch stimmungsvolle Wälder und über sanft geneigte Alpen zur Clavadeleralp. Zu Beginn quert man das wilde Carjöler Tobel, und vor der Clavadeleralp laden an bester Aussichtslage Sitzbänke zur Rast. Beim folgenden Abstieg nach Clavadel macht man Bekanntschaft mit der Walser Vergangenheit um Davos: Sonnengebräunte Holzhäuser säumen den Weg. Am Horizont öffnet sich derweil der Blick auf das immer noch tief verschneite Sertigtal. In Clavadel spürt man bereits die Nähe zu Davos, und nach einer letzten Waldpassage ist man ab Islen definitiv zurück in der Zivilisation. Dem Landwasser entlang geht es zurück nach Davos Platz; der Fluss ist so laut, dass Strasse und Bahn kaum stören. Es ist typisch für den Frühling, dass der Schnee am Morgen gefroren ist und gegen Mittag weich wird. Ist die weisse Decke zu nass, kommt sie ins Rutschen. Wintersportler brechen dann zeitig auf und beobachten die Verhältnisse genau. Für die Winterwanderer in Davos übernehmen dies die Fachleute des Skigebiets: www.davos.ch zeigt, welche Wege offen sind.
Wandern, wo die Schirme gleiten Nr. 0951
Tschentenalp — Adelboden • BE

Wandern, wo die Schirme gleiten

Von der aussichtsreichen Tschentenalp führt diese Winterwanderung durch lichte und dichtere Wälder ins Tal nach Adelboden zurück. Sie ist für Familien sehr gut geeignet, da der Weg abwechslungsreich und fernab vom Skipistenrummel verläuft. Zudem gibt es auf der Route genügend Rast- und Picknickstellen. Gleich zu Beginn besteht die Möglichkeit, zunächst auf den Schwandfälspitz hochzusteigen und bei schönem Wetter den vielen Gleitschirmfliegern beim Start zuzusehen. Sorgfältig werden die Gleitschirme auf dem Schnee ausgebreitet und die Gurte gesichert. Nach einigen schnellen Schritten talwärts springen die Wagemutigen ab und kreisen wie eine Schar bunter Bergdohlen in der Luft. Die Wandernden bleiben jedoch am Boden und machen sich auf den Weg in Richtung Schermtanne. Der Winterwanderweg verläuft auf der Sonnenseite teilweise recht schmal zwischen zwei kleinen Schneewällen. Mehrere Bänke am Wegverlauf laden ein, die Wärme etwas länger zu geniessen. Wenn es in der Sonne doch etwas gar heiss wird, führt der Winterwanderweg geradewegs durch den kühlen Wald. Das Wechselspiel von Licht und Schatten zwischen den verschneiten Bäumen übt einen besonderen Reiz aus. Bei der Schermtanne angelangt, gönnt man sich auf der grossen Terrasse entweder eine wohlverdiente Pause oder durchstreift den Wald auf dem Wanderweg weiter. Eine Brücke führt über den gemächlich fliessenden Allebach. Durch verschneites Winterwunderland gelangt man bei Rossweid zu einer kleinen Hütte, die vor 40 Jahren als Grill- und Rastplatz vom Jodlerklub Adelboden erbaut wurde. Danach geht es ein kleines Stück der Strasse entlang, bis man wieder auf den Winterwanderweg gelangt, der auf dem letzten flachen Stück mit Skifahrern und Snowboardern geteilt wird. Nach einem kurzen Anstieg geht es durchs Dorf Adelboden zurück zum Postauto.

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